Was beeinflusst das Schlafverhalten Deines Hundes

Was Du vielleicht noch nicht über den Hundeschlaf wusstest

Wie oft und wie lang ein Hund schläft, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Alter, Ernährung, und sogar die Lebensumstände wirken sich auf das Schlafverhalten aus. Wie Schlaf (nicht nur) beim Hund „funktioniert“, erfährst Du übrigens in unserem Beitrag Schlafphasen des Hundeschlafs.

 

Alte Hunde schlafen (natürlich) mehr als junge

Im Gegensatz zum Menschen, der mit zunehmendem Alter mit weniger Schlaf auskommt, verbringen ältere Hunde im Durchschnitt pro Tag mehr Zeit mit Schlafen als jüngere. Auch tagsüber schlafen sie mehr, jedoch liegt dies nicht daran -wie man vermuten mag-, dass sie länger ein Nickerchen machen, sondern häufiger. Nachts dauern ihre Schlafphasen länger an (früher einschlafen, später aufwachen), und sie wachen auch weniger häufig auf als junge Hunde.

Einfluss der Fütterung auf das Schlafverhalten

In einer wissenschaftlichen Studie wurden verschiedene Faktoren untersucht, die Einfluss auf das Schlafverhalten nehmen können [1]. So hat man z. B. festgestellt, dass Hunde, die zweimal täglich (statt nur einmal) gefüttert werden, unabhängig vom Alter, tagsüber deutlich mehr schlafen, aber insgesamt nicht mehr Schlafzeit benötigen. Interessanterweise ging die Anzahl der Nickerchen deutlich zurück, während ihre Dauer gleichzeitig anstieg. Die zweimalige tägliche Fütterung ging überdies einher mit einem früheren Einschlafen am Abend und einem früheren Aufwachen am Morgen, bei einer verkürzten Schlafzeit. Dies kann zum Beispiel interessant sein, wenn Du berufsbedingt früh schlafen gehen und auch wieder früh aufstehen musst. So kannst Du den Schlafrhythmus Deines Hundes mit Deinem eigenen abgleichen.

Lichtverhältnisse am Schlafplatz

Auch der Effekt der Helligkeit des Lichts am Schlafplatz des Hundes auf sein Einschlafverhalten wurde in einer Studie untersucht [2]. Man ließ sechs gesunde Hunde verschiedener Altersstufen für sechs Tage in drei verschiedenen Beleuchtungssituationen einschlafen. Die Beleuchtung wurde dabei jeweils zwischen 16 Uhr und 7 Uhr des Folgetages in unterschiedlicher Intensität geregelt (sehr schwaches Licht, normale Beleuchtung, sehr helle Beleuchtung), und dabei die Reaktion der Hunde beobachtet und gemessen (Kopfhaltung, Augenbewegungen, Körperhaltung und Verhalten). Die Ergebnisse zeigen, dass die Hunde am ruhigsten und besten schlafen, wenn die Beleuchtungsintensität am geringsten ist. Du wählst also am besten einen Platz für das Hundebett, der nicht zu hell beleuchtet ist.

Schlafstörungen durch Sorgen?

Hunde haben ähnlich wie Menschen Emotionen und reagieren auf Erlebtes in einer Intensität, die sie über das Wachsein hinaus beschäftigen kann. Verlustängste, Traumata, Angst vor Geräuschen, etc. können für Störungen des Schlafs sorgen. In dem amerikanischen Magazin Psychology Today ist der Autor Dr. Marc Bekoff in einem Artikel der Frage nachgegangen, ob „Tiere sich sorgen und nicht schlafen können, wenn sie aufgewühlt sind“ [3]. So zeigten verschiedene Studien, dass sogar Wildtiere unter bestimmten Umständen nicht gut schlafen können, z. B. aus Angst um ihre eigene Sicherheit vor Raubtieren. Aber auch Haustiere sorgen sich über Ereignisse in ihrem Leben und leiden unter Schlafstörungen, wenn sie sich unwohl fühlen, Angst haben oder gestresst sind. Somit trägt ein emotional stabiles und sicheres Umfeld zusätzlich zu einem gesunden Schlaf Deines Hundes bei.


Quellen:

  1. Brian M. Zanghi et al., „Characterizing behavioral sleep using actigraphy in adult dogs of various ages fed once or twice daily“, Journal of Veterinary Behavior, Vol. 8, Issue 4, pp. 195-203, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.jveb.2012.10.007
  2.  Megumi Fukuzawa et al., „Influence of changes in luminous emittance before bedtime on sleep in companion dogs“, Journal of Veterinary Behavior, Vol. 10, Issue 1, pp. 12-16, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.jveb.2014.09.001
  3. Marc Bekoff Ph. D., „Do Animals Worry and Lose Sleep When They’re Troubled?“, Psychology Today, 24. April 2013

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